Versuchsablauf

Vorbereitung

Biomechaniklabor

Blick ins Biomechaniklabor der Universität Bielefeld

Für den Versuch ist es wichtig, dass die Probanden nicht wissen, wie das Experiment aufgebaut ist. Sie erhalten lediglich die Information, dass das Experiment im Biomechaniklabor der Universität Bielefeld stattfindet und dass es um das Lernen im Tanz geht. Bereits vor dem Experiment erhalten die Probanden einen Fragebogen, mit dem Lernpräferenzen erfasst werden. Anhand ihrer Antworten werden die Probanden in Gruppen eingeteilt. Kurz vor der Datenerhebung füllen die Probanden einen weiteren Fragebogen aus, in dem persönliche Angaben, wie eventuelle Verletzungen oder Händigkeit (Rechts- bzw. Linkshänder) erfragt werden.

Durchführung

Taenzerin hinter Computer

Dreidimensionales Körpermodell am Computer

Für das Experiment kommt jeder Proband einzeln ins Labor. Dort wird sein Körper vermessen und nach einem definierten Modell mit 38 reflektierenden Markern beklebt. Spezielle Kameras erfassen die Positionen der Marker im Raum. Auf diese Weise können die Bewegungen des Probanden als dreidimensionales Modell visualisiert und aufgenommen werden. Neben diesen Motion Capture-Daten werden die Probanden außerdem mit Kameras aufgenommen, zum einen mit einem Videosystem, das mit Spezialkameras die Bewegungen der Probanden aus zwei Perspektiven aufnimmt und zum anderen mit einer normalen Kamera, die zur Dokumentation mitläuft.

Teil 1 – Aufbau einer Bewegungssequenz aus visuellen Informationen

Im ersten Teil des Experiments bekommt der Proband eine Bewegungsfolge als Video gezeigt und wird aufgefordert, diese Folge zu lernen und selbst durchzuführen. Er sieht das Video fünfmal nacheinander und hat währenddessen die Möglichkeit, die Bewegung zu markieren. Danach kann er die Sequenz noch einmal üben. Anschließend tanzt er die Sequenz bis zu dreimal. Alle drei Ausführungen werden aufgenommen und der Proband entscheidet, welche für ihn die beste war.

Lernen vom Video

Lernen einer Bewegungssequenz anhand eines Videos

Danach bekommt der Proband zweimal die sprachliche Beschreibung der gelernten Sequenz vorgespielt. Er kann diese Information als Hilfestellung für die Ausführung der Sequenz nutzen. Während er die Instruktion hört, darf er die Bewegung wieder markieren. Anschließend tanzt er die Sequenz erneut bis zu dreimal. Die drei Ausführungen werden wieder aufgenommen und der Proband entscheidet, welche für ihn die beste war.

Teil 2 – Aufbau einer Bewegungssequenz aus sprachlichen Informationen

Im zweiten Teil des Experiments bekommt der Proband eine andere Bewegungsfolge durch eine sprachliche Beschreibung vermittelt und wird aufgefordert, diese Folge zu lernen und selbst durchzuführen. Der Proband hört die sprachliche Beschreibung fünfmal nacheinander und hat währenddessen die Möglichkeit, die Bewegung zu markieren. Danach kann er die Sequenz noch einmal üben. Anschließend tanzt er die Sequenz bis zu dreimal. Alle drei Ausführungen werden aufgenommen und der Proband entscheidet, welche für ihn die beste war.

Danach bekommt der Proband zweimal das Video der gelernten Sequenz vorgespielt. Er kann diese Information als Hilfestellung für die Ausführung der Sequenz nutzen. Während er das Video sieht, darf er die Bewegung wieder markieren. Anschließend tanzt der die Sequenz erneut bis zu dreimal. Die drei Ausführungen werden wieder aufgenommen und der Proband entscheidet, welche für ihn die beste war.

Varianten des Versuchsablaufs

Die Probanden werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe lernt Bewegungssequenz A visuell und Sequenz B sprachlich. Die andere Gruppe lernt Sequenz A sprachlich und Sequenz B visuell. Je die Hälfte der Gruppe fängt mit Sequenz A an, die andere Hälfte mit Sequenz B.

Nachbereitung

Ausfuellen Fragebogen

Ausfüllen von Fragebögen nach dem Experiment

Nach dem Experiment erhält der Proband zwei Fragebögen, die er direkt im Anschluss ausfüllt. Der eine Fragebogen enthält Fragen zu den eben gelernten Bewegungssequenzen, zur Selbstwahrnehmung und zum Lernprozess. Mithilfe eines weiteren Fragebogens wollen die Wissenschaftler Auskunft darüber erhalten, wie die zuvor gelernte Bewegung im Langzeitgedächtnis der Probanden strukturiert ist.

Retentionstest

Etwa zwei Wochen nach dem Experiment findet ein Retentionstest statt. Wichtig ist, dass die Studenten vorher nicht wissen, dass dieser Test stattfindet. Die Studenten werden einzeln aus dem Unterricht geholt und in einen separaten Tanzsaal gebeten. Dort werden sie aufgefordert, sich an die im Experiment gelernten Bewegungssequenzen so gut wie möglich zu erinnern. Sie bekommen ein paar Minuten Zeit, um die Bewegungsfolgen zu üben. Dann tanzen sie die Sequenzen und werden dabei aufgezeichnet. Im Anschluss daran erhalten die Studenten erneut Fragebögen zum Ausfüllen.